Sehhilfenverordnung: Aufbau, Abkürzungen und Bedeutung erklärt (September 2026)

Eine Sehhilfenverordnung ist das ärztliche Rezept, mit dem der Augenarzt eine Brille oder Kontaktlinsen verschreibt: Sie enthält Ihre Korrektionswerte wie Sphäre, Zylinder und Achse und ist die Voraussetzung für einen Kassenzuschuss. Diesen erhalten Erwachsene allerdings nur bei starker Fehlsichtigkeit oder schwerer Sehbeeinträchtigung – Kinder und Jugendliche dagegen grundsätzlich.

Was bedeutet Sehhilfenverordnung?

Eine Sehhilfenverordnung ist das ärztliche Rezept, mit dem ein Augenarzt eine Sehhilfe – also eine Brille, Kontaktlinsen oder in besonderen Fällen vergrößernde Hilfsmittel wie Lupen – verschreibt. Sie dokumentiert die gemessenen Korrektionswerte der Augen und dient zugleich als Grundlage, wenn eine gesetzliche Krankenkasse einen Zuschuss zu den Gläsern gewährt. Für den Augenoptiker ist die Verordnung eine Art Arbeitsanweisung: Er liest daraus ab, welche optische Korrektur benötigt wird, prüft die Werte in der Regel mit einer eigenen Refraktionsmessung nach und fertigt anschließend die passenden Gläser.

Die wichtigsten Abkürzungen auf der Verordnung

Auf den ersten Blick wirkt eine Sehhilfenverordnung wie eine Sammlung kryptischer Kürzel. Dahinter stecken jedoch klar definierte optische Messwerte:

Abkürzung Bedeutung Kurz erklärt
SPH Sphäre Hauptkorrektionswert in Dioptrien; ein Minuszeichen steht für Kurzsichtigkeit, ein Pluszeichen für Weitsichtigkeit.
ZYL / CYL Zylinder Korrigiert eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus); wird üblicherweise in 0,25-Dioptrien-Stufen angegeben.
ACH / A Achse Gibt die Lage der Hornhautverkrümmung als Winkel zwischen 0° und 180° an.
ADD Addition Nahzusatz für Gleitsicht- oder Lesebrillen, ebenfalls in 0,25er-Schritten.
PD Pupillendistanz Abstand der Pupillenmitten in Millimetern; wichtig für die exakte Zentrierung der Gläser.
PRIS Prisma Prismatische Wirkung zum Ausgleich von Stellungsfehlern der Augen (z. B. bei Winkelfehlsichtigkeit).
BA Basis Richtung, in der das Prisma wirkt, angegeben als Winkel von 0° bis 360°.

Die Werte werden stets getrennt für das rechte Auge (R oder OD) und das linke Auge (L oder OS) notiert.

Wann zahlt die Krankenkasse für eine Sehhilfe?

Gesetzlich Versicherte haben nach § 33 SGB V nur unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf einen Festzuschuss zu Brillengläsern:

  • Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr erhalten grundsätzlich einen Zuschuss zu verordneten Brillengläsern.
  • Erwachsene haben Anspruch bei starker Fehlsichtigkeit von mehr als 6 Dioptrien (Kurz- oder Weitsichtigkeit) oder einer Hornhautverkrümmung von mehr als 4 Dioptrien.
  • Außerdem besteht ein Anspruch bei einer schweren Sehbeeinträchtigung, wenn trotz bestmöglicher Korrektur auf dem besseren Auge nur ein geringes Sehvermögen erreicht wird.

Die Kasse übernimmt dabei Festbeträge für die Gläser – nicht die Fassung und nicht automatisch die Kosten für Extras wie Entspiegelung oder Gleitsichttechnologie.

Sehhilfenverordnung, Brillenpass, Brillenrezept – was ist der Unterschied?

Die Begriffe werden im Alltag oft vermischt: Das Brillenrezept ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die Sehhilfenverordnung vom Augenarzt. Der Brillenpass hingegen wird vom Augenoptiker ausgestellt, nachdem die Brille gefertigt wurde. Er enthält die tatsächlich eingearbeiteten Glaswerte und ist damit das praktischste Dokument, wenn Sie später neue Gläser in gleicher oder aktualisierter Stärke bestellen möchten.

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Kurz zusammengefasst

  • Die Sehhilfenverordnung ist das augenärztliche Rezept für Brille oder Kontaktlinsen und Basis für Kassenzuschüsse.
  • Kürzel wie SPH, ZYL, ACH, ADD und PD beschreiben Ihre individuellen Korrektionswerte.
  • Erwachsene erhalten nur bei starker Fehlsichtigkeit oder schwerer Sehbeeinträchtigung einen Zuschuss; Kinder und Jugendliche grundsätzlich.
  • Mit den Werten aus Verordnung oder Brillenpass lassen sich bestehende Brillen unkompliziert neu verglasen.
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