Dioptrien-Tabelle: Sehstärke richtig ablesen und verstehen (September 2026)

Die Dioptrie (dpt) ist die Maßeinheit für die Brechkraft von Brillengläsern: Minuswerte korrigieren Kurzsichtigkeit, Pluswerte Weitsichtigkeit. Als Faustregel halbiert sich die unkorrigierte Sehleistung bei Kurzsichtigkeit mit jeder weiteren halben Dioptrie – bei -1,0 dpt sehen Sie ohne Brille nur noch rund 25 Prozent. Werte bis ±3,0 dpt gelten als leichte, bis ±6,0 dpt als mittlere und darüber als starke Fehlsichtigkeit.

Was ist eine Dioptrie?

Die Dioptrie (Abkürzung: dpt) ist die Maßeinheit, mit der Augenoptiker die Brechkraft von Brillengläsern, Kontaktlinsen und dem Auge selbst angeben. Mathematisch entspricht ein Dioptrienwert dem Kehrwert der Brennweite in Metern: Ein Glas mit 2,0 dpt bündelt parallel einfallendes Licht in 0,5 Metern Entfernung. Anschaulich formuliert lenkt eine Linse mit 1,0 dpt einen Lichtstrahl auf einer Strecke von einem Meter um etwa einen Zentimeter ab. Je höher der Betrag des Wertes, desto stärker muss das Brillenglas die Fehlsichtigkeit ausgleichen.

Plus- und Minuswerte: Das Vorzeichen entscheidet

Ob vor Ihrem Dioptrienwert ein Plus oder ein Minus steht, verrät die Art der Fehlsichtigkeit:

  • Minuswerte (z. B. -2,5 dpt): Kurzsichtigkeit (Myopie). Ferne Objekte erscheinen unscharf, ausgeglichen wird mit Zerstreuungslinsen.
  • Pluswerte (z. B. +1,75 dpt): Weitsichtigkeit (Hyperopie) oder Alterssichtigkeit (Presbyopie). Das Sehen in der Nähe fällt schwer, korrigiert wird mit Sammellinsen.

Als grobe Orientierung gilt: Werte bis etwa ±3,0 dpt bezeichnet man als leichte, bis etwa ±6,0 dpt als mittlere und darüber als starke Fehlsichtigkeit.

Dioptrien-Tabelle: So hängen Dioptrien und Sehleistung zusammen

Eine verbreitete Faustregel besagt, dass sich die unkorrigierte Sehleistung bei Kurzsichtigkeit mit jeder weiteren halben Dioptrie ungefähr halbiert. Die folgende Tabelle zeigt diese Näherung im Überblick:

Dioptrienwert Ungefähre Sehleistung ohne Brille
-0,5 dpt ca. 50 %
-1,0 dpt ca. 25 %
-1,5 dpt ca. 12,5 %
-2,0 dpt ca. 6,25 %
-2,5 dpt ca. 3,1 %
-3,0 dpt ca. 1,6 %
-3,5 dpt ca. 0,8 %

Wichtig: Solche Tabellenwerte sind Richtwerte. Die tatsächliche Sehleistung hängt unter anderem von Pupillengröße, Lichtverhältnissen und individuellen Faktoren ab. Eine verbindliche Aussage liefert nur die professionelle Augenprüfung.

Dioptrien und Visus – zwei verschiedene Größen

Dioptrien und Visus werden oft verwechselt, beschreiben aber Unterschiedliches. Der Visus (die Sehschärfe) ist eine dimensionslose Kennzahl dafür, wie fein das Auge Details auflösen kann. Erkennt jemand ein Sehzeichen erst aus 6 Metern, das ein Normalsichtiger bereits aus 12 Metern sieht, beträgt sein Visus 0,5 – also 50 Prozent. Der Dioptrienwert gibt dagegen an, welche Glasstärke nötig ist, um die Fehlsichtigkeit zu korrigieren. Ein hoher Dioptrienwert bedeutet daher nicht automatisch einen schlechten Visus mit Brille: Mit passender Korrektion erreichen die meisten Menschen wieder volle Sehschärfe.

Wie werden Dioptrienwerte gemessen?

Beim Sehtest ermittelt der Augenoptiker oder Augenarzt die Werte zunächst objektiv mit einem Autorefraktometer und verfeinert sie anschließend subjektiv: Sie schauen durch genormte Messgläser auf Sehzeichen wie Landolt-Ringe oder Buchstaben, bis die Kombination gefunden ist, mit der Sie am schärfsten und entspanntesten sehen. Zum Vergleich: Das gesunde Auge selbst bringt eine Gesamtbrechkraft von rund 60 bis 65 Dioptrien auf – den größten Anteil von etwa 40 dpt leistet die Hornhaut, den Rest übernimmt die Augenlinse, die zusätzlich das Scharfstellen auf verschiedene Entfernungen ermöglicht.

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